Auf die Nüsse kommt es an
Am 27. Mai nahmen Beate und Falko an der Fachveranstaltung »Walnuss – Walnussanbau praxisnah erleben« teil. Der abwechslungsreiche Tag bot faszinierende Einblicke in den Anbau, die Verarbeitung und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Walnuss – und machte deutlich, wie viel Wissen und Leidenschaft in diesem besonderen Naturprodukt stecken.
Los ging es mit einer Besichtigung einer rund zehn Jahre alten Walnussanlage. Auf der Streuobstwiese wachsen etwa 200 Bäume mit rund 40 verschiedenen Walnusssorten. Direkt zwischen den Bäumen erfuhren wir viel über Standortwahl, Pflege und Sortenvielfalt. Besonders spannend war zu sehen, wie unterschiedlich sich die einzelnen Sorten entwickeln und welche Eigenschaften sie mitbringen. Wir erfuhren, dass ein sehr kleiner Nussbaum bereits sehr tiefe Wurzeln haben kann und wie die Bäumchen erzogen und schonend beschnitten werden.
Natürlich durfte auch das Thema Gesundheit nicht fehlen. Frau Böllersen, die Walnussmeisterin, erklärte, warum Walnüsse zu den besonders wertvollen Lebensmitteln gehören und welche Inhaltsstoffe sie so gesund machen. Ebenso interessant waren die Bäumchen mit Bypassveredelung (geschädigte Stellen am Stamm werden mit Zweigen überbrückt, um im Herbst den Rückfluss der Nährstoffe in die Wurzel sicherzustellen) und Informationen zur Ammenveredelung (ein dicht nehenbei gepflanzter Baum, der kurz über der Wurzel gekappt, mit dem geschädigten Baum verbunden wird und dessen Versorgung übernimmt). Die Gründe hierfür waren weniger erfreulich, denn Schafe hatten sich an den Stämmen der ungeschützten Bäumchen gütlich getan.
Nach einer Mittagspause folgte ein informativer Impulsvortrag über Agroforstsysteme. Dabei wurde deutlich, welche Chancen die Kombination von Landwirtschaft und Gehölzen für Artenvielfalt, Bodenschutz und Klimaanpassung bietet. Welche Rolle Walnussbäume dabei spielen können, ließ sich erahnen, denn die Walnuss macht auch im Wald eine gute Figur und ist ziemlich klimaresistent.
Ein weiteres Highlight war die Besichtigung der Walnussmeisterei Böllersen . Hier konnten wir den gesamten Weg der geernteten Nüsse nachvollziehen – von der Nusswaschmaschine über den Trockner bis hin zur Knackmaschine. Beeindruckend fanden wir auch den nachhaltigen Energiekreislauf des Betriebs: Sowohl die Produktionsgebäude als auch das Wohnhaus werden ausschließlich mit den anfallenden Nussschalen beheizt. Diese werden auch als Mulch benutzt.
Neben der Technik erfuhren wir viel über die richtige Lagerung, Haltbarkeit und die sogenannte Knackbarkeit verschiedener Walnusssorten. Besonders schön war, dass wir selbst unterschiedliche Nüsse knacken, vergleichen und natürlich auch probieren konnten. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich Geschmack, Größe und Schalenstärke der einzelnen Sorten sein können.
Bei Kaffee und leckerem Kuchen blieb schließlich ausreichend Zeit für Gespräche mit den zahlreichen Teilnehmenden. Der offene Austausch mit Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen rund um Walnussanbau, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit gerne teilten, machte den Tag besonders interessant.
Unser Fazit: Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Begegnungen und jeder Menge Wissen. Wir bedanken uns herzlich bei den Organisatorinnen und Organisatoren für diesen inspirierenden Tag und nehmen viele Ideen und Anregungen mit zurück in den Wimmeltreff.
